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In der Reihe „Inside AI Search“ zeigt Quasiris, was hinter den einzelnen Funktionen moderner KI gestützter Suche steckt. In diesem Beitrag wird eine Funktion betrachtet, die auf den ersten Blick klein wirkt, den Umgang mit Suchergebnissen aber deutlich verändern kann: Smart Snippets.

Eine klassische Suche zeigt Titel, Link und einen Ausschnitt aus dem gefundenen Dokument. Smart Snippets gehen einen Schritt weiter. Sie versuchen, genau den Teil eines Inhalts sichtbar zu machen, der zur aktuellen Frage passt, oder daraus eine kurze, verständliche Antwort zu erzeugen.

Das reduziert einen der größten Reibungspunkte bei der Suche: Ein relevantes Dokument gefunden zu haben bedeutet noch nicht, die relevante Information gefunden zu haben.

Was sind Smart Snippets?

Ein Snippet ist eine Vorschau auf einen Suchtreffer.

Bei einer klassischen Dokumentensuche könnte das so aussehen:

Reisekostenrichtlinie 2026
„… Dienstreisen sind entsprechend der geltenden Richtlinie vor Reiseantritt …“

Für die Frage:

„Wie hoch ist die Hotelpauschale für Berlin?“

hilft dieser Ausschnitt kaum.

Ein Smart Snippet kann gezielt die Passage hervorheben, die zur Frage gehört, oder die Information kompakt zusammenfassen.

Das Ergebnis könnte beispielsweise lauten:

Hotelkosten werden in Berlin bis zum definierten Höchstbetrag übernommen. Details finden Sie in Abschnitt 4.2 der Reisekostenrichtlinie.

Der Nutzer erhält damit Orientierung, ohne die Quelle aus den Augen zu verlieren.

Warum Snippets wichtiger werden

Suchergebnisse werden zunehmend nicht nur gescannt, sondern bereits auf der Ergebnisseite ausgewertet.

Eine 2026 veröffentlichte Eye Tracking Studie von Microsoft Research untersuchte, wie Menschen auf Suchseiten mit generativen Zusammenfassungen interagieren. Die generierten Inhalte erhielten signifikant mehr Aufmerksamkeit als klassische Ergebnisse, auch wenn Nutzer weiterhin mit traditionellen Links interagierten.1

Für Unternehmenssuche und Produktsuche ergibt sich daraus eine wichtige Konsequenz:

Der Inhalt, der direkt in der Trefferliste sichtbar ist, beeinflusst stark, ob ein Nutzer die Information als relevant wahrnimmt.

Ein schlechter Ausschnitt kann einen guten Treffer unbrauchbar erscheinen lassen.

Ein gutes Snippet kann dagegen schon vor dem Öffnen des Dokuments erklären, warum der Treffer relevant ist.

Smart Snippets sind keine beliebigen KI Zusammenfassungen

Eine generierte Zusammenfassung eines gesamten Dokuments und ein Smart Snippet erfüllen unterschiedliche Aufgaben.

Eine Zusammenfassung beantwortet:

Worum geht es in diesem Dokument?

Ein gutes Smart Snippet beantwortet dagegen:

Warum ist dieses Dokument für meine aktuelle Anfrage relevant?

Das ist ein entscheidender Unterschied.

Die gleiche Produktseite kann je nach Anfrage einen anderen Ausschnitt benötigen.

Bei:

„Wie lange hält der Akku?“

sollte das Snippet die Akkulaufzeit hervorheben.

Bei:

„Ist das Gerät mit Windows 11 kompatibel?“

ist dieselbe Produktseite relevant, aber ein anderer Inhalt sollte angezeigt werden.

Smart Snippets sind somit queryabhängig.

Die Quelle muss sichtbar bleiben

Mit generativer KI lassen sich aus langen Dokumenten kurze und gut verständliche Texte erstellen. Genau dadurch entsteht jedoch eine neue Verantwortung.

Nutzer müssen unterscheiden können zwischen:

  • dem Originalinhalt
  • einem extrahierten Ausschnitt
  • einer KI generierten Zusammenfassung

Je wichtiger die Information, desto relevanter wird diese Transparenz.

Google hat seine generativen Suchoberflächen 2026 beispielsweise stärker mit direkten Links, Quellenvorschauen und weiterführenden Inhalten verbunden. Ziel ist es, Nutzern neben der zusammengefassten Information weiterhin den Zugang zu den zugrunde liegenden Websites zu ermöglichen.2

Für Enterprise Search gilt dasselbe Prinzip.

Ein Smart Snippet sollte den Weg zur Quelle verkürzen, nicht die Quelle verstecken.

Grounding entscheidet über die Verlässlichkeit

Wenn Smart Snippets generiert werden, sollten sie auf den tatsächlich gefundenen Inhalten basieren.

Dieses sogenannte Grounding verbindet die generierte Ausgabe mit einer nachprüfbaren Quelle.

Aktuelle Systeme setzen genau darauf. Google beschreibt Grounding beispielsweise als Möglichkeit, Modellantworten auf abgerufene Informationen zu stützen und Quellen direkt mit der Antwort zu verbinden.3

In Unternehmenssystemen kann diese Quelle statt des öffentlichen Webs eine Produktdatenbank, ein Wiki, eine technische Dokumentation oder ein interner Suchindex sein.

Das Grundprinzip bleibt gleich:

Zuerst relevante Information finden, dann daraus die Darstellung erzeugen.

Nicht jeder Treffer braucht einen generierten Text

Smart Snippets müssen nicht zwangsläufig durch ein Large Language Model erzeugt werden.

Bei strukturierten Daten kann häufig eine direkte Extraktion besser sein.

Sucht ein Nutzer beispielsweise nach:

„Lieferzeit Produkt X“

und die Lieferzeit liegt als strukturiertes Attribut vor, sollte das System diese Information direkt anzeigen.

Generative Verfahren werden besonders dann interessant, wenn:

  • relevante Informationen über mehrere Sätze verteilt sind
  • lange Dokumente durchsucht werden
  • Inhalte verständlich zusammengefasst werden sollen
  • unterschiedliche Formulierungen verwendet werden
  • eine natürliche Frage beantwortet werden soll

Die passende Methode hängt somit vom Datentyp ab.

Smart Snippets in der Praxis

Mögliche Einsatzbereiche sind vielfältig.

Wissensmanagement:
Eine Richtlinie wird gefunden und die passende Passage zur Frage direkt angezeigt.

Technischer Support:
Ein Handbuch liefert im Treffer bereits den relevanten Lösungsschritt.

E Commerce:
Produktmerkmale, die zur aktuellen Anfrage passen, werden hervorgehoben.

Kundenservice:
Service Agents sehen direkt die relevante Passage eines Wissensartikels.

Dokumentensuche:
Lange PDFs können bewertet werden, ohne jedes Dokument vollständig öffnen zu müssen.

Dadurch können Smart Snippets besonders bei großen Informationsbeständen Zeit sparen.

Was bei der Einführung gemessen werden sollte

Der Erfolg lässt sich nicht allein daran erkennen, ob Nutzer weniger auf Ergebnisse klicken.

Weniger Klicks können positiv sein, weil die Information bereits sichtbar ist. Sie können aber auch bedeuten, dass das Snippet nicht überzeugt.

Sinnvolle Fragen sind daher:

  • Liefert das Snippet die gesuchte Information?
  • Ist die Quelle klar erkennbar?
  • Stimmen Snippet und Originalinhalt überein?
  • Finden Nutzer schneller zur benötigten Information?
  • Werden wichtige Einschränkungen korrekt dargestellt?
  • Erkennt das System, wann keine sichere Kurzantwort möglich ist?

Gerade der letzte Punkt ist wichtig.

Ein System, das keine ausreichende Grundlage für eine Antwort besitzt, sollte nicht versuchen, die Lücke kreativ zu füllen.

Fazit: Smart Snippets verkürzen den Weg von Treffer zu Information

Suchqualität endet nicht beim Ranking.

Ein Treffer muss auch verständlich machen, warum er relevant ist. Smart Snippets schaffen genau diese Verbindung zwischen Ergebnisliste und tatsächlichem Inhalt.

Richtig eingesetzt können sie Nutzern Zeit sparen, Orientierung schaffen und gleichzeitig den Zugriff auf die Originalquelle erhalten.

Die Quasiris Search Cloud unterstützt Smart Snippets, um relevante Informationen passend zur Anfrage direkt innerhalb der Search Experience bereitzustellen.

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Welche AI Features dabei ebenso einen Mehrwert für Sie schaffen können, zeigen wir Ihnen in unserem Überblick zu den AI Features der Quasiris Search Cloud.

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Quellen

1 Allawati, S., McKay, D., Sanderson, M., Thomas, P., & Trippas, J. R. (2026). An eye tracking study: Are AI overviews changing search behavior? Microsoft Research.
https://www.microsoft.com/en-us/research/publication/an-eye-tracking-study-are-ai-overviews-changing-search-behavior/

2 Budaraju, H. (2026). 5 new ways to explore the web with generative AI in Search. Google.
https://blog.google/products-and-platforms/products/search/explore-web-generative-ai-search/

3 Google. (2026). Grounding with Google Search. Google AI for Developers.
https://ai.google.dev/gemini-api/docs/google-search