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Unternehmenswissen ist selten an einem Ort gespeichert. Informationen verteilen sich auf Wikis, PDFs, Handbücher, Portale, Dokumentationen und Fachsysteme. Mitarbeitende müssen deshalb häufig mehrere Anwendungen öffnen, unterschiedliche Begriffe ausprobieren und relevante Inhalte selbst aus langen Dokumenten herausfiltern.

Eine intelligente Wissenssuche verbindet diese Quellen über einen zentralen Zugang. Nutzer stellen ihre Fragen in natürlicher Sprache und erhalten eine direkte Antwort sowie die dazugehörigen Dokumente. So wird aus verteilter Information nutzbares Wissen.

Warum klassische Dokumentensuche oft nicht ausreicht

Traditionelle Suchsysteme sind besonders zuverlässig, wenn Nutzer bereits wissen, wonach sie suchen. Ein eindeutiger Produktname, eine Dokumentennummer oder ein bekannter Fachbegriff lässt sich meist schnell finden.

Im Arbeitsalltag beginnen viele Suchen jedoch nicht mit einem exakten Begriff, sondern mit einer Frage:

Welche Freigaben brauche ich für eine Bestellung über 10.000 Euro?

Wie behebe ich den Fehlercode in diesem Gerät?

Welche Richtlinie gilt für mobiles Arbeiten im Ausland?

Wo finde ich die aktuelle Vorlage für ein Kundenangebot?

Eine klassische Suche zerlegt solche Anfragen häufig in einzelne Wörter. Anschließend zeigt sie Dokumente an, in denen diese Begriffe vorkommen. Ob sich die gesuchte Information darin befindet, müssen Nutzer selbst prüfen.

Das kostet Zeit und setzt voraus, dass die richtige Fachsprache bekannt ist. Unterschiedliche Formulierungen, Synonyme und verteilte Datenquellen erschweren den Zugriff zusätzlich.

Natürliche Fragen statt passender Suchbegriffe

Ein KI Chatbot für die Wissenssuche verändert den Zugang zu Informationen. Nutzer müssen ihre Anfrage nicht mehr auf einzelne Stichwörter reduzieren, sondern können ihr Anliegen vollständig formulieren.

Die semantische Suche bewertet dabei nicht nur identische Wörter. Sie berücksichtigt auch die Bedeutung und den Kontext einer Frage. So kann sie ein Dokument zum Thema „Erstattung von Fahrtkosten“ finden, obwohl die Person nach einer „Reisekostenabrechnung“ fragt.

Das ist besonders hilfreich, wenn:

• verschiedene Abteilungen unterschiedliche Begriffe verwenden
• Inhalte in mehreren Sprachen vorliegen
• Nutzer die genaue Bezeichnung eines Dokuments nicht kennen
• Fragen mehrere Bedingungen enthalten
• Informationen über viele Systeme verteilt sind

Der Chat wird damit zur gemeinsamen Oberfläche für Suche, Antwort und weitere Interaktion.

Eine Oberfläche für Fragen, Antworten und Quellen

Ein isolierter Chatbot kann verständlich formulieren, verfügt aber nicht automatisch über Zugriff auf aktuelle Unternehmensinformationen. Ohne professionelle Suchschicht besteht das Risiko, dass Antworten unvollständig, veraltet oder nicht nachvollziehbar sind.

Eine intelligente Wissenssuche verbindet deshalb Conversational AI mit Search und Retrieval.

Der Ablauf sieht vereinfacht so aus:

  • Der Nutzer stellt eine Frage in natürlicher Sprache.
  • Die Suchplattform analysiert die Anfrage und erkennt den Kontext.
  • Relevante Inhalte werden aus den angebundenen Wissensquellen abgerufen.
  • Berechtigungen und weitere Regeln grenzen die verwendbaren Informationen ein.
  • Der KI Chatbot formuliert auf dieser Grundlage eine Antwort.
  • Passende Dokumente und Quellen werden direkt angezeigt.

Dadurch erhalten Nutzer nicht nur eine sprachlich formulierte Antwort. Sie können nachvollziehen, auf welchen Informationen diese basiert und bei Bedarf in das vollständige Dokument wechseln.

Verteilte Wissensquellen zentral zugänglich machen

In vielen Organisationen ist nicht zu wenig Wissen vorhanden. Das Problem besteht darin, dass es auf zu viele Systeme verteilt ist.

Typische Quellen sind:

• Unternehmenswikis
• technische Dokumentationen
• PDF Dateien
• Handbücher
• Serviceportale
• Richtlinien und Prozessbeschreibungen
• Produktinformationen
• interne Wissensdatenbanken
• bestehende Suchindizes

Eine zentrale Wissenssuche macht diese Inhalte über eine einheitliche Oberfläche zugänglich. Mitarbeitende müssen nicht mehr wissen, in welchem System eine Information gespeichert ist.

Dabei müssen die Daten nicht zwangsläufig in ein vollständig neues System verschoben werden. Abhängig von der Architektur können bestehende Quellen, Indizes und Suchtechnologien angebunden und gemeinsam durchsucht werden.

Das reduziert Medienbrüche und erleichtert einen schrittweisen Einstieg.

Direkte Antworten statt langer Dokumentlisten

Eine Trefferliste ist sinnvoll, wenn Nutzer verschiedene Dokumente vergleichen möchten. Bei einer konkreten Frage ist sie jedoch oft nur ein Zwischenschritt.

Wer wissen möchte, wie lange eine bestimmte Garantie gilt, benötigt nicht zehn Handbücher. Gefragt ist eine klare Antwort mit einer verlässlichen Quelle.

Eine KI gestützte Wissenssuche kann beide Formen verbinden:

Direkte Antwort

  • Der Chatbot fasst die relevante Information verständlich zusammen.

Passende Quellen

  • Die verwendeten Dokumente bleiben sichtbar und überprüfbar.

Weiterführende Inhalte

  • Ergänzende Richtlinien, Anleitungen oder verwandte Themen können direkt geöffnet werden.

Folgefragen

  • Nutzer können ihre Anfrage im selben Dialog konkretisieren.

Damit verkürzt sich der Weg von der Frage zur nutzbaren Information.

Weniger Halluzinationen durch kontrolliertes Retrieval

Sprachmodelle erzeugen Antworten auf Basis gelernter Muster. Ohne Zugriff auf verlässliche Unternehmensdaten können sie plausibel klingende, aber sachlich falsche Aussagen formulieren.

Eine professionelle Wissenssuche reduziert dieses Risiko, indem sie relevante Inhalte zunächst aus kontrollierten Quellen abruft. Das Sprachmodell arbeitet anschließend mit diesem bereitgestellten Kontext.

Dieses Prinzip wird häufig als Retrieval Augmented Generation bezeichnet.

Dabei bleibt wichtig: Retrieval verhindert Fehler nicht automatisch. Die Qualität hängt von mehreren Faktoren ab:

• Aktualität und Vollständigkeit der Dokumente
• Qualität der Indexierung
• Auswahl der passenden Textabschnitte
• Relevanzbewertung der Treffer
• Berechtigungsprüfung
• Konfiguration des verwendeten Modells
• Darstellung der Quellen

Eine belastbare Lösung sollte Antworten deshalb nicht nur erzeugen, sondern auch nachvollziehbar machen.

Berechtigungen müssen bereits bei der Suche greifen

Unternehmenswissen enthält häufig vertrauliche Informationen. Dazu gehören Personaldokumente, Verträge, technische Unterlagen, Kundendaten und interne Strategien.

Eine zentrale Wissenssuche darf bestehende Zugriffsrechte nicht umgehen. Sie muss bereits beim Abruf der Inhalte prüfen, welche Dokumente eine Person verwenden darf.

Das gilt besonders für generierte Antworten. Wird ein nicht autorisiertes Dokument an ein Sprachmodell übergeben, kann ein Teil seines Inhalts bereits in der Antwort erscheinen.

Eine geeignete Architektur berücksichtigt daher:

• Rollen und Gruppen
• Dokumentberechtigungen
• Abteilungen und Standorte
• Identitäten von Nutzern und Anwendungen
• getrennte Datenräume
• Protokollierung relevanter Zugriffe
• kontrollierte Modellanbindungen

Personalisierung darf anschließend nur die Reihenfolge erlaubter Inhalte verändern. Sie darf niemals zusätzliche Zugriffe ermöglichen.

Von der Antwort zur Aktion

Der nächste Entwicklungsschritt geht über die reine Informationsbereitstellung hinaus.

Ein intelligenter Agent kann aus einem Dialog heraus weitere Schritte anstoßen. Nach einer gefundenen Prozessbeschreibung könnte das System zum Beispiel:

• ein Formular öffnen
• einen Workflow starten
• eine Aufgabe anlegen
• einen Servicefall vorbereiten
• Daten an ein Fachsystem übergeben
• eine Anfrage an die zuständige Stelle weiterleiten

Damit wird aus der Wissenssuche eine handlungsfähige Oberfläche.

Solche Funktionen benötigen klare Regeln. Ein Agent sollte nur auf definierte Systeme zugreifen und ausschließlich Aktionen ausführen dürfen, für die eine Berechtigung vorliegt. Kritische Vorgänge sollten eine Bestätigung erfordern und nachvollziehbar protokolliert werden.

Typische Einsatzbereiche

Eine intelligente Wissenssuche kann in unterschiedlichen Unternehmensbereichen eingesetzt werden.

Interner Mitarbeiterservice

Fragen zu Prozessen, Richtlinien, IT Abläufen oder organisatorischen Themen werden direkt beantwortet.

Technischer Support

Serviceteams greifen schneller auf Handbücher, Fehlerbeschreibungen und frühere Lösungsfälle zu.

Kundenservice

Mitarbeitende finden passende Informationen, ohne zwischen mehreren Portalen und Dokumentationen wechseln zu müssen.

Vertrieb

Produktinformationen, Angebotsunterlagen, Referenzen und interne Freigaben werden zentral zugänglich.

Wissensmanagement

Verteilte Inhalte werden über eine gemeinsame Suchoberfläche erschlossen, ohne ihre ursprünglichen Quellen zu verlieren.

Self Service Portale

Auch Kunden und Partner können über einen kontrollierten Chat Zugang zu freigegebenen Informationen erhalten.

In drei Schritten zur intelligenten Wissenssuche

Die Einführung sollte mit einem klar abgegrenzten Anwendungsfall beginnen.

1. Wissensquellen verbinden

Zunächst werden relevante Wikis, PDFs, Dokumentationen und weitere Systeme angebunden. Für einen Pilot genügt eine repräsentative Auswahl.

2. Inhalte erschließen

Dokumente werden analysiert, strukturiert und indexiert. Metadaten, Berechtigungen, Sprache und Dokumenttypen fließen in die Verarbeitung ein.

3. Antworten bereitstellen und bewerten

Nutzer stellen reale Fragen. Die Antworten, Quellen und Treffer werden fachlich geprüft. Unklare Anfragen, fehlende Inhalte und ungeeignete Rankings liefern Hinweise für die weitere Optimierung.

Ein Pilot sollte nicht nur technisch funktionieren. Er benötigt messbare Qualitätsziele, typische Testfragen und Feedback aus der späteren Zielgruppe.

Woran sich die Qualität messen lässt

Die Zahl der beantworteten Fragen allein sagt wenig über den Nutzen der Lösung aus.

Aussagekräftiger sind beispielsweise:

• Anteil fachlich korrekter Antworten
• Qualität und Aktualität der verwendeten Quellen
• Position relevanter Dokumente
• Zahl unbeantworteter oder unklarer Anfragen
• Zeit bis zur benötigten Information
• Häufigkeit von Rückfragen
• Nutzerfeedback
• Einhaltung der Berechtigungen

Auch die Quellenqualität sollte regelmäßig überprüft werden. Eine Wissenssuche kann nur so aktuell sein wie die angebundenen Inhalte.

Fazit: Unternehmenswissen wird direkt nutzbar

Intelligente Wissenssuche verbindet die Stärken klassischer Dokumentensuche mit semantischem Retrieval und Conversational AI. Nutzer können Fragen in ihrer eigenen Sprache stellen, erhalten direkte Antworten und behalten gleichzeitig Zugriff auf die zugrunde liegenden Quellen. Verteilte Inhalte werden über eine zentrale Oberfläche erreichbar, ohne dass bestehende Systeme vollständig ersetzt werden müssen.

Die Quasiris Search Cloud verbindet KI Chat, Dokumentensuche und intelligente Agenten in einer gemeinsamen Architektur. Wikis, PDFs, Handbücher, Portale und weitere Wissensquellen können angebunden und über natürliche Sprache zugänglich gemacht werden.

Dabei steht nicht der Chatbot allein im Mittelpunkt. Entscheidend ist die Verbindung aus relevanter Suche, kontrollierten Datenquellen, Berechtigungen, nachvollziehbaren Antworten und flexibler Integration.

So wird aus gespeichertem Wissen eine nutzbare Grundlage für Entscheidungen, Serviceprozesse und automatisierte Abläufe.

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