Die Produktsuche steht vor einem grundlegenden Wandel. Kunden möchten nicht mehr zahlreiche Trefferseiten prüfen und starre Filterkombinationen ausprobieren. Sie erwarten, dass eine Suche ihr Anliegen versteht, relevante Produkte erkennt und sie direkt bei ihrer Entscheidung unterstützt.
Große Sprachmodelle, semantische Verfahren und dialogbasierte Suchoberflächen verändern deshalb nicht nur die Darstellung von Ergebnissen. Sie verändern den gesamten Weg von einer Frage bis zum passenden Produkt.
Das Quasiris Whitepaper „Wie verändert sich die Suche in den nächsten fünf Jahren?“ zeigt, welche Entwicklungen den digitalen Handel prägen, warum die Datenbasis dabei entscheidend ist und wie sich Unternehmen heute auf eine neue Generation der Produktsuche vorbereiten können.
Warum die klassische Produktsuche an Grenzen stößt
Die klassische Suche basiert meist auf einzelnen Begriffen, Kategorien und Filtern. Dieses Prinzip funktioniert gut, wenn Kunden bereits genau wissen, welches Produkt sie benötigen.
Schwieriger wird es bei offenen oder erklärungsbedürftigen Anfragen:
Welcher Laptop eignet sich für häufige Geschäftsreisen?
Welches Sofa passt in ein kleines Wohnzimmer und ist leicht zu reinigen?
Welches Ersatzteil ist mit meinem Gerät kompatibel?
Solche Fragen enthalten mehrere Anforderungen und einen konkreten Nutzungskontext. Eine reine Stichwortsuche erkennt zwar einzelne Begriffe, versteht aber nicht automatisch das dahinterliegende Ziel.
Das Whitepaper beschreibt daher den Übergang von der reinen Trefferliste zu einer Suche, die Sprache, Kontext und Absicht gemeinsam verarbeitet. Nutzer sollen nicht länger alle Kriterien selbst in Filter übersetzen müssen. Die Suche übernimmt einen Teil dieser Arbeit und führt gezielter zu passenden Ergebnissen.
Dass sich dieses Verhalten bereits etabliert, zeigen aktuelle Zahlen: 38 Prozent der europäischen Verbraucher nutzen KI Tools beim Einkaufen, etwa zur Produktentdeckung oder zur Unterstützung ihrer Entscheidung.1
Aus der Suchanfrage wird ein Dialog
Eine dialogbasierte Produktsuche kann eine Anfrage nicht nur beantworten, sondern auch weiterentwickeln.
Sucht jemand beispielsweise ein Geschenk, kann das System nach Anlass, Budget und Interessen fragen. Bei technischen Produkten kann es Anforderungen, vorhandene Geräte oder gewünschte Funktionen berücksichtigen. Statt eine große Ergebnismenge anzuzeigen, wird der Bedarf schrittweise konkretisiert.
Dabei ersetzt der Dialog nicht jede klassische Suchfunktion. Artikelnummern, Produktnamen und eindeutige Merkmale lassen sich weiterhin am besten direkt suchen. Offene Bedürfnisse profitieren dagegen von semantischem Verständnis und gezielten Rückfragen.
Die künftige Produktsuche verbindet deshalb mehrere Verfahren:
• Keyword Search für genaue Begriffe und Kennungen
• Semantic Search für natürlich formulierte Anliegen
• Hybrid Search als Verbindung beider Ansätze
• Dynamic Faceting für situationsbezogene Filter
• Conversational AI für Beratung und Rückfragen
• Automatic Re Ranking für eine bessere Sortierung
Nicht jede Anfrage benötigt ein Sprachmodell. Entscheidend ist, dass die Plattform abhängig vom Suchziel das passende Verfahren einsetzen kann.
Die Suche wird Teil der Kaufentscheidung
Bisher endet die Aufgabe einer Suche meist mit einer Liste möglicher Produkte. Künftig wird sie stärker beim Vergleichen und Bewerten unterstützen.
Ein intelligentes Suchsystem kann Unterschiede erklären, Alternativen nennen und fehlende Informationen erfragen. Dadurch rücken Suche, Beratung und Produktempfehlung näher zusammen.
Das Whitepaper zeigt, wie Suchsysteme von reaktiven Werkzeugen zu digitalen Assistenten werden. Langfristig können sie nicht nur Vorschläge unterbreiten, sondern auch nachgelagerte Aktionen vorbereiten. Dazu gehören etwa das Zusammenstellen eines Warenkorbs oder die Übergabe an einen Kaufprozess.
Auch Händler rechnen mit dieser Entwicklung. 59 Prozent der befragten Unternehmen erwarten, dass Kunden künftig über virtuelle Assistenten nach Produkten suchen und einkaufen werden.2
Damit verändert sich die Rolle der Produktsuche. Sie ist nicht mehr nur eine Funktion innerhalb des Shops, sondern eine wichtige Schnittstelle zwischen Kundenbedürfnis, Produktinformation und Conversion.
Datenqualität entscheidet über die Qualität der Empfehlungen
Ein KI System kann nur Produkte empfehlen, deren Eigenschaften es zuverlässig erfassen kann.
Fehlende Attribute, widersprüchliche Beschreibungen oder veraltete Verfügbarkeiten führen auch bei leistungsfähigen Modellen zu ungeeigneten Ergebnissen. Ein Sprachmodell kann eine lückenhafte Datenbasis sprachlich überzeugend darstellen, aber nicht automatisch korrigieren.
Für eine belastbare AI Search sind daher strukturierte und gepflegte Produktinformationen erforderlich. Besonders wichtig sind:
• eindeutige Produktbezeichnungen
• vollständige Merkmale und Varianten
• konsistente Kategorien
• aktuelle Preise und Verfügbarkeiten
• Informationen zu Kompatibilität und Einsatzgebiet
• verständliche Beschreibungen
• Beziehungen zwischen ähnlichen Produkten
Das Whitepaper ordnet Datenqualität deshalb nicht als technische Detailfrage ein, sondern als strategische Voraussetzung. Semantische Suche, Personalisierung und generierte Antworten entfalten ihren Nutzen nur auf einer zuverlässigen Datenbasis.
Mit der wachsenden Bedeutung von KI Assistenten wird diese Grundlage noch relevanter. Produkte müssen künftig nicht nur von Menschen gelesen, sondern auch von Systemen eindeutig gefunden, verglichen und eingeordnet werden können.
Personalisierung braucht Kontrolle
Nicht jeder Kunde sucht unter denselben Voraussetzungen. Budget, Sprache, Standort, bisherige Interaktionen und der aktuelle Nutzungskontext können beeinflussen, welche Produkte relevant sind.
Eine personalisierte Suche kann diese Signale nutzen, um die Auswahl schneller einzugrenzen. Sie sollte jedoch nachvollziehbar bleiben. Kunden müssen erkennen können, warum bestimmte Produkte empfohlen werden und welche Kriterien in die Auswahl eingeflossen sind.
Gerade bei automatisierten Kaufprozessen bleibt die Kontrolle wichtig. Nur 11 Prozent der US Verbraucher wären bereit, einer KI die vollständige Kaufentscheidung zu überlassen. Deutlich höher ist die Akzeptanz, wenn sie lediglich bei Recherche, Vergleich und Vorauswahl unterstützt.3
Die relevante Entwicklung ist daher nicht der vollständige Ersatz menschlicher Entscheidungen. Es geht um eine Suche, die Komplexität reduziert, Informationen verständlich aufbereitet und bessere Entscheidungen ermöglicht.
AI Search wird zum wirtschaftlichen Faktor
Eine schlechte Produktsuche verursacht Reibung. Kunden erhalten unpassende Treffer, finden Produkte nicht oder brechen den Prozess ab. Dieses Problem lässt sich nicht allein durch ein neues Design der Suchleiste lösen.
Eine leistungsfähige AI Search kann an mehreren Stellen ansetzen:
• Sie versteht natürlich formulierte Anfragen.
• Sie verbindet exakte und semantische Ergebnisse.
• Sie erkennt die Absicht hinter einer Suche.
• Sie priorisiert relevante Produkte.
• Sie stellt passende Filter bereit.
• Sie unterstützt beim Vergleich.
• Sie macht Schwächen über Kennzahlen sichtbar.
Dadurch wird die Suche von einem technischen Feature zu einem Bestandteil der digitalen Wertschöpfung. Entscheidend ist jedoch nicht die Anzahl eingesetzter KI Funktionen. Entscheidend ist, ob sie ein konkretes Problem lösen und ihre Wirkung messbar ist.
Was Unternehmen heute vorbereiten sollten
Die Produktsuche der nächsten Jahre entsteht nicht durch den Austausch einer einzelnen Komponente. Sie basiert auf dem Zusammenspiel von Daten, Suchverfahren, Modellen und Geschäftslogik.
Unternehmen sollten deshalb zunächst prüfen:
Versteht die Suche die Sprache der Kunden?
Dazu gehören vollständige Fragen, Synonyme, Umgangssprache und branchenspezifische Begriffe.
Sind die Produktdaten ausreichend strukturiert?
Attribute und Kategorien müssen sowohl für Menschen als auch für maschinelle Systeme verständlich sein.
Kann die Suchqualität objektiv bewertet werden?
Ein Goldstandard mit realistischen Anfragen und fachlich geprüften Ergebnissen schafft eine belastbare Grundlage.
Lässt sich die bestehende Architektur erweitern?
Neue Modelle und Suchverfahren sollten ergänzt werden können, ohne vorhandene Systeme vollständig ersetzen zu müssen.
Ist die Plattform auf neue Zugangswege vorbereitet?
Neben der Shopoberfläche werden künftig auch Chatinterfaces, Sprachsysteme und AI Agents auf Produktinformationen zugreifen.
Eine schrittweise Umsetzung reduziert Risiken. Ein klar abgegrenzter Anwendungsfall kann zunächst mit repräsentativen Daten getestet und anschließend erweitert werden.
Fazit: Die Produktsuche wird zur Entscheidungsplattform
Die Entwicklung führt von der starren Trefferliste zu einer Suche, die Bedürfnisse versteht, Rückfragen stellt und Kunden bei der Produktauswahl begleitet.
Genau diesen Wandel analysiert das Quasiris Whitepaper. Es verbindet die technologische Entwicklung mit den Anforderungen des E Commerce und zeigt, warum semantische Verarbeitung, Datenqualität und eine flexible Sucharchitektur gemeinsam betrachtet werden müssen.
Viele der darin beschriebenen Veränderungen sind bereits im Markt erkennbar. KI wird für die Produktrecherche eingesetzt, Unternehmen bereiten sich auf virtuelle Einkaufsassistenten vor und Kunden erwarten zunehmend Unterstützung statt unübersichtlicher Ergebnislisten.
Die Quasiris Search Cloud ermöglicht es, bestehende Suchsysteme um Funktionen wie Semantic Search, Hybrid Search, Natural Language Understanding, Automatic Re Ranking und Dynamic Faceting zu erweitern. Dabei können vorhandene Datenquellen, Suchmaschinen und Modelle abhängig vom jeweiligen Anwendungsfall eingebunden werden.
Erfahren Sie, wie die Produktsuche von morgen funktioniert
Das Whitepaper richtet sich an E Commerce Entscheider, Digitalstrategen, CTOs, Shop Betreiber und Produktmanager, die KI nicht nur beobachten, sondern gezielt für ihre Suchstrategie nutzen möchten.
Sie erfahren:
• warum klassische Suchkonzepte an Wirkung verlieren
• wie KI basierte Systeme Produktsuche und Beratung verbinden
• welche Rolle strukturierte Daten und semantische Verarbeitung spielen
• wie sich AI Search auf Customer Journey und Conversion auswirkt
• welche Grundlagen Unternehmen heute schaffen sollten
• wie die Quasiris Search Cloud eine neue Generation der Produktsuche unterstützt
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Quellen
1 McKinsey & Company. (2026). McKinsey: KI Helfer im Einkaufsalltag angekommen. https://www.mckinsey.com/de/news/presse/2026-03-11-agentic-commerce-eu-survey
2 DHL Group. (2026). DHL E-Commerce Trends Report 2026: KI schreibt die Regeln im Onlinehandel neu. https://group.dhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2026/dhl-e-commerce-trends-report-2026-ki-schreibt-die-regeln-im-onlinehandel-neu.html
3 Gartner. (2026). Gartner survey finds consumers want AI shopping help, but not AI purchase decisions. https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2026-05-27-gartner-survey-finds-consumers-want-ai-shopping-help-but-not-ai-purchase-decisions